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Das Unternehmen » KWS in Zahlen » Geschäftsbericht  
Wirtschaftliche Lage und Geschäftsverlauf
Entwicklung der Gesamtwirtschaft
Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist das deutsche Bruttoin-landsprodukt im Jahr 2008 im Vergleich zum Vorjahr real um 1,3 % gestiegen. Die deutsche Wirtschaft ist damit nach zwei Jahren mit kräftigem Wirtschaftswachstum im Jahr 2008 nur noch moderat gewachsen. Im zweiten Quartal gelangten die ersten Ausläufer der später zu einer weltweiten Wirtschaftskrise anwachsenden Immobilienkrise nach Deutschland, wo infolgedessen erstmalig seit fünf Jahren die Wirtschaftsleistungen in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen rückläufig waren und somit die Voraussetzung für eine Rezession erfüllten.

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2008 von knapp 40,4 Mio. Erwerbs-tätigen erbracht. Das waren 0,6 Mio Personen mehr (+1,5 %) als ein Jahr zuvor. Die Er-werbstätigkeit erreichte damit den höchsten Stand seit der deutschen Vereinigung.
Entwicklung der Branche
Ungeachtet der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung stiegen die Fahrgastzahlen im Personennahverkehr weiter an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Fahrten im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen im Jahr 2008 bundesweit um 0,9 % auf 10,4 Mrd. Fahrten gestiegen.

Im Verkehrsverbund Rhein-Sieg hat sich die Zahl der Fahrten mit Bussen und Bahnen um 1,7 % auf insgesamt rund 491 Mio. erhöht. Insgesamt ist der Zuwachs an Fahrten und Umsatz deutlich moderater als im Vorjahr, die Tendenz zur verstärkten Nutzung von Bus und Bahn hält jedoch an. Ungeachtet der sich nach wie vor deutlich auswirkenden Kür-zungen öffentlicher Zuschüsse und Teuerungsraten, insbesondere bei den Energiepreisen im ersten Halbjahr 2008, gelang es den Verkehrsunternehmen im VRS, ein attraktives Verkehrsangebot ohne Kürzungen aufrecht zu erhalten.
 
Umsatz- und Auftragsentwicklung
Die Umsatzerlöse aus Verbundverkehren bei der KWS AG konnten gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % gesteigert werden.

Dieser vergleichsweise geringe Anstieg ist auf periodenfremde Effekte zurückzuführen. So enthalten die Umsatzerlöszahlen von 2007 periodenfremde Erlöse in Form von Nachzahlungen aus den Vorjahren in deutlich höherem Umfang als die Vergleichszahlen 2008. Im Ergebnis des Jahres 2008 ist die vorläufige Verbundabrechnung berücksichtigt, weitere Erlöse werden im Zuge der endgültigen Abrechnung erwartet. Die Abgeltungsleistungen für die Beförderung von Auszubildenden und Schwerbehinderten sind um insgesamt 0,5 Mio. € stark gesunken. Auch in diesem Bereich ist der Anteil periodenfremder Erlöse gegenüber 2007 zurückgegangen. Zudem hat sich aufgrund des Berechnungsmodus der laufende Anspruch vermindert.

Bezüglich der sonstigen Verkehre außerhalb des Linienverkehrs ist bei der KWS AG ein deutlicher Rückgang in Höhe von etwa 13 % zu verzeichnen, der insbesondere auf den freigestellten Schülerverkehr zurückzuführen ist. Im Zuge einer Neuausschreibung ist hier Leistung für die Stadt Bergisch Gladbach verloren gegangen. Diese Einbußen auf Seiten der Muttergesellschaft konnten durch eine sehr positive Entwicklung der Tochter-gesellschaft HBB kompensiert werden, so dass aus Konzernsicht ein Anstieg der Erlöse im sonstigen Verkehr in Höhe von 0,7 % zu verzeichnen ist.

Die übrigen Erlöse konnten bei der KWS AG deutlich um etwa 30 % von 3,3 auf 4,4 Mio. € gesteigert werden. Diese Erhöhung findet ihre Begründung zum einen in dem ausge-weiteten Geschäft mit der Tochtergesellschaft, in dessen Zuge eine erhöhte Zahl an Bussen durch die HBB angemietet wurde. Zum anderen ist auch die Zusammenarbeit mit den Subunternehmen sowie die Kooperation mit der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) stark intensiviert worden. Dies äußert sich u.a. in gestiegenen Erlösen aus dem Diesel-verkauf. Im Konzern eliminiert sich der Effekt aus den Erlösen mit der Tochtergesell-schaft, während die Effekte aus der Zusammenarbeit mit Dritten entsprechend erhalten bleiben.
Investitionen
Auf Basis der Bestellungen im Jahr 2007 wurde der Fuhrpark im Jahr 2008 planmäßig durch zwölf neue Fahrzeuge modernisiert. Wie in den Vorjahren wurden die Fahrzeuge wieder im Rahmen einer Einkaufsgemeinschaft mit anderen Unternehmen aus der Region ausgeschrieben. Ebenso wurden 2008 dreizehn neue Fahrzeuge bestellt, deren Lieferung jedoch erst in 2009 erfolgt ist.

Das im Jahr 2007 bei der KWS AG begonnene Investitionsvorhaben zur Modernisierung des Betriebsleitsystems (Intermodal Transport Control System, ITCS) wurde im Jahr 2008 planmäßig ausgeschrieben. Die Zuschlagserteilung erfolgt im Jahr 2009.

Des Weiteren wurde im Jahr 2008 in 35.000 Chipkarten für das elektronische Fahrgeld-management investiert.
Verlängerung der Inhouse-Vereinbarung
Seit dem 1. Januar 2007 rechnet die KWS AG ihre Verkehrsleistungen gegenüber den Aufgabenträgern und Gesellschaftern Stadt Leverkusen und Rheinisch-Bergischer Kreis über eine Inhouse-Vereinbarung ab. Diese Vereinbarung bildet die vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) aufgestellten Kriterien für eine vergabe- und beihilferechtskonforme Finanzierung ab. Auf dieser Basis wurden die Verkehre zunächst bis zum Jahr 2012 ohne Ausschreibung direkt an die KWS AG vergeben.

Die KWS AG hat in 2008 erneut das Restrukturierungsziel übertroffen. Aufgrund dieser positiven Entwicklung wurde in Abstimmung mit den Eigentümern die Inhouse-Vereinbarung vorzeitig bis Ende 2016 verlängert. Die Verlängerung der Inhouse-Vereinbarung genießt auf Grundlage der am 3. Dezember 2007 veröffentlichten EU-Verordnung 1370/2007, welche im Dezember 2009 in Kraft treten und die bisherige EU-Verordnung 1191/69 ablösen wird, Bestandsschutz.
Regionale Kooperationen
Die Kooperation mit der RVK wurde Ende 2007 mit der Zusammenlegung der Betriebshöfe in Bergisch Gladbach stark intensiviert. Die gemeinsame Nutzung des KWS-Betriebshofes führt in den betrieblichen Abläufen zu weitreichenden Synergieeffekten und stellt somit für beide Unternehmen eine spürbare wirtschaftliche Verbesserung dar. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird derzeit eine Zusammenarbeit in weiteren Bereichen geprüft.
Wirtschaftliche Lage der Gesellschaft
 
Vermögenslage
Das Gesamtvermögen ist im Jahr 2008 sowohl bei der KWS AG als auch im Konzern insgesamt nahezu unverändert geblieben. Allerdings fand im Zuge von Fahrzeuginvestitionen eine Verlagerung von kurz- und mittelfristig gebundenem Vermögen zu langfristig gebundenem Vermögen statt.

Da die im Jahr 2008 getätigten Investitionen in Fahrzeuge für den Personenverkehr die Höhe der Abschreibungen überschritten, stieg das Sachanlagevermögen entsprechend an. Die gleichzeitige Abnahme des kurzfristig gebundenen Vermögens ist im Wesentlichen auf den unmittelbar mit den Investitionen verbundenen Rückgang der flüssigen Mittel zurückzuführen.

Das Aktivvermögen des Konzerns setzt sich zum Bilanzstichtag aus dem langfristig ge-bundenen Vermögen in Höhe von 42.165 T€ und dem kurz- und mittelfristig gebundenen Vermögen in Höhe von 8.430 T€ zusammen. Bei der KWS AG beläuft sich das langfristig gebundene Aktivvermögen auf 44.865 T€ und das kurz- und mittelfristig gebundene Vermögen auf 8.344 T€.

Der Jahresüberschuss erhöhte sich im Konzern im Jahr 2008 auf 3.935 T€, bei der AG auf 3.662 T€. Analog zum Vorjahr führte der damit verbundene Anstieg des Eigenkapitals zu einer moderaten Erhöhung der Eigenkapitalquote. Im Konzern stieg diese von 74,1 % auf 76,7 %, bei der AG von 75,8 % auf 77,6 %. Die Verringerung des kurzfristigen Fremdkapitals lässt sich u.a. auf einen verminderten Rückstellungsbedarf für Rückzahlungsver-pflichtungen zurückführen.
Finanzlage
Für den 31. Dezember 2008 ist bei der KWS AG ein Rückgang des Finanzmittelbestandes gegenüber dem Vorjahresstichtag um 928 T€ auf insgesamt 4.191 T€ zu beobachten. Die Ursachen hierfür sind sowohl in der Investitions- als auch in der Finanzierungstätigkeit zu finden. So sind zum einen im Jahr 2008 erstmals Dividendenausschüttungen an die Anteilseigner vorgenommen worden. Dadurch hat sich der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit um ca. 40 % gegenüber dem Vorjahr reduziert. Zum anderen hat sich der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit durch die vorgenommene Fahrzeugbeschaffung erhöht
Ertragslage
Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 konnten die Umsatzerlöse in 2008 nur geringfügig gesteigert werden. Im Konzern lag die Steigerungsquote bei 1,6 %, bei der AG bei 2,7 %. Die absoluten Umsatzerlöse fallen aufgrund interner Verrechnungen im Konzern um 2,4 Mio. € geringer aus als bei der AG. Der leichte Anstieg der Umsatzerlöse ist vorrangig auf eine Steigerung der Verkehrserlöse aus Verbundverkehren sowie bei der KWS AG auf eine Steigerung der übrigen Erlöse aus Vermietungen und Kraftstoffverkäufen u.a. an die Tochtergesellschaft zurückzuführen.

Der deutliche Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge erklärt sich sowohl durch nach-haltige als auch durch einmalige Effekte. Nachhaltige Effekte ergeben sich z.B. aus der Kooperation mit der RVK. Im Rahmen dieser Kooperation fallen u.a. Erträge aus Mieten und sonstigen Dienstleistungen wie Reparaturen an. Auch das erhöhte Beförderungsentgelt aufgrund ausgeweiteter Fahrausweiskontrollen ist als nachhaltiger Ertragseffekt zu bezeichnen. Als ein einmaliger Effekt lässt sich die Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen im Zusammenhang mit Verkehrserlösen und Abgeltungsleistungen benennen.

Die hohen Einmaleffekte bewirken, dass trotz des vergleichsweise geringen Anstiegs der Umsatzerlöse die hohen Aufwandssteigerungen kompensiert werden können. Hier sind insbesondere die zwei Aufwandspositionen Personal und Material hervorzuheben, wobei im Hinblick auf die Interpretation der Zahlen zwischen der KWS AG und dem Konzern differenziert werden muss. So fand in Folge der Restrukturierung im Jahr 2008 erneut eine Verlagerung des Personals von der Mutter- zur Tochtergesellschaft statt. Im Einzel-abschluss führte diese Verlagerung zu sinkenden Personalkosten und einem gleichzeitig gestiegenen Materialaufwand für den Bezug der erhöhten Leistungen von der Tochterge-sellschaft. Auf Konzernebene war dagegen trotz konsequenter Restrukturierung ein er-höhter Personalaufwand zu verzeichnen. Dies resultiert aus außerplanmäßigen Belastungen durch die unerwartet hohen Tarifabschlüsse in Höhe von ca. 6 %. Ein gestiegener Aufwand für den Bezug von Hilfs- und Betriebsstoffen in Höhe von 1,2 Mio. € ist sowohl bei der AG als auch im Konzern zu beobachten. Hierfür verantwortlich ist neben den gestiegenen Bezugspreisen für Kraftstoffe auch ein Mehrbedarf an Dieselkraftstoff durch den Weiterverkauf an den Kooperationspartner RVK. Den kooperationsbedingten Mehr-aufwendungen stehen jedoch auch entsprechend zusätzlich generierte Erträge gegenüber.

Der Rückgang sonstiger betrieblicher Aufwendungen erklärt sich durch die im Jahr 2007 aufgetretene Notwendigkeit, aufgrund des Risikos aus der Vorläufigkeit der Einnahmen-aufteilung des VRS eine Rückstellung in Höhe von 550.000 € in den neutralen Aufwen-dungen zu bilden. Im aktuellen Berichtsjahr war dies nicht nötig, vielmehr wird eine Er-stattung seitens des Verkehrsverbundes erwartet.

Die Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sind im Vergleich zum Geschäftsjahr 2007 leicht rückläufig. Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen werden die Dividendenerträge aus RWE-Aktien auf den Zuschussbetrag des Rheinisch-Bergischen Kreises angerechnet und stehen dem Konzern somit nicht zur freien wirtschaftlichen Verfügung.

Da die Tochtergesellschaft HBB im Zuge der Restrukturierung mehr Leistungen über-nommen hat, konnten die Erträge aus der Gewinnabführung bei der Muttergesellschaft entsprechend gesteigert werden.

Der Abschreibungsbedarf auf Wertpapiere des Umlaufvermögens im Geschäftsjahr 2008 resultiert aus dem Umstand, dass im Zuge der Finanzkrise Wertpapiere, die im Rahmen der Insolvenzsicherung von Altersteilzeitguthaben erworben worden waren, einem Wertverlust unterlagen. Dem steht jedoch ein bilanzierter Anspruch gegen die depotführende Bank gegenüber, tatsächlich realisierte Fehlbeträge auszugleichen.
Trotz der beschriebenen negativen Einflüsse ist es dem Konzern im Geschäftsjahr 2008 gelungen, den Zuschussbedarf der Gesellschafter um weitere 0,4 Mio. € zu reduzieren. Neben den beschriebenen einmaligen entlastenden Effekten ist dies insbesondere Ergeb-nis der fortgesetzten Restrukturierung.
Prognosebericht
Trotz der erfolgreichen Umsetzung des Restrukturierungsplans steht für das Jahr 2009 nach dem Wirtschaftsplan erstmals nach mehreren Jahren in Folge möglicherweise wieder eine Erhöhung des Zuschussbedarfes der Gesellschafter an. Die aus einem gestiegenen Personalaufwand und einem weiteren Rückgang der Förderzuschüsse resultierenden finanziellen Belastungen aus dem Jahr 2008 wirken auch im Geschäftsjahr 2009 fort. Gleichzeitig entfallen die im Jahr 2008 erzielten einmaligen Entlastungseffekte. Darüber hinaus wird auch die im VRS vereinbarte Tariferhöhung für das Jahr 2009 erneut nicht ausreichen, um die hohen extern verursachten Kostensteigerungen aus den Jahren 2008 und 2009 hinreichend zu kompensieren.

Auf mittelfristige Sicht ist von einer Stabilisierung des Unternehmensergebnisses auszu-gehen. Die positiven Effekte der Restrukturierung werden von den nicht beeinflussbaren externen Belastungen überlagert. Auf Grund der weitgehenden Ausschöpfung von Re-strukturierungspotentialen sind weitere nennenswerte Einsparungen zunehmend schwie-rig zu erzielen.
 
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
Um zukünftige Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen, hat die KWS AG auf Basis des "Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich" (KonTraG) ein Risikomanagementsystem entworfen und in den Konzern integriert. Kern dieses Risikomanagementsystems ist das konzern-einheitliche Risikohandbuch, welches regelmäßig aktualisiert wird. Es soll als Leitfaden für alle wesentlichen Aufgaben fungieren und die dauerhafte, personenunabhängige Funkti-onsfähigkeit der getroffenen Maßnahmen sicherstellen. Die Kontrolle des Risikomanage-mentprozesses erfolgt durch das Controlling der KWS AG.
Aufgrund der bereits erwähnten vorzeitigen Verlängerung der Inhouse-Vereinbarung um weitere vier Jahre bis 2016 geht der Vorstand der KWS AG davon aus, dass die erforderlichen Maßnahmen zur Abwehr beihilfe- und vergaberechtlicher Risiken gemäß der euro-päischen Rechtsprechung hinreichend umgesetzt wurden.
Die wesentlichen Risiken, denen sich die KWS in den folgenden Jahren ausgesetzt sieht, beziehen sich auf die in ihrer Höhe kaum planbaren Aufwandsposten Kraftstoff und Personal. Zwar ist aufgrund der Ende 2008 eingesetzten Wirtschaftskrise zurzeit eine Entspannung auf dem Rohölmarkt zu beobachten, doch ist von erneuten Preissteigerungen in der Zukunft auszugehen. Auch die Entwicklung der Personalkosten ist nur bedingt vorauszusehen. Während bei der Tochtergesellschaft HBB aufgrund eines vorzeitigen neuen Tarifvertragsabschlusses mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bis 2016 eine relative Planungssicherheit bezüglich der Personalkosten besteht, ist die Tarifentwicklung ab dem 1. Januar 2010 für die Mitarbeiter der KWS AG noch offen. Hierzu finden Verhandlungen zwischen dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NW) und ver.di statt. Es ist jedoch fraglich, ob es den Tarifparteien gelingen wird, den Tarifvertrag für den öffentlichen Personennahverkehr (TV-N) an das Wettbewerbsniveau anzugleichen.
Im Jahr 2009 wird im VRS eine turnusmäßige Verkehrserhebung durchgeführt. Die Zähl- und Befragungsergebnisse sind Basis für die Einnahmenaufteilung zwischen den Ver-kehrsunternehmen mit Wirkung ab dem 1. Januar 2009. Die Erhebungsergebnisse, die in ihrer Ausprägung nicht hinreichend prognostiziert werden können, wirken sich somit ab dem Geschäftsjahr 2009 auf die Ertragslage der KWS AG aus.
Planungsunsicherheit besteht auch im Bereich der Fahrzeugförderung, da nach wie vor keine Klarheit bezüglich der Ausgleichsleistungen und Fördermittel besteht, die die KWS AG aus Bundes- und Landesmitteln erhält. Die Fahrzeugförderung wurde durch das seit dem 1. Januar 2008 geltende ÖPNV-Gesetz NRW in ihrer ursprünglichen Form gestrichen. Anders als bisher werden die Förderbeträge als Pauschale von den Aufgabenträgern in eigener Verantwortung verwendet, wobei mindestens 80 % der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel an die Verkehrsunternehmen weitergeleitet werden müssen. Derzeit deutet sich die Tendenz an, dass die Aufgabenträger den Zuschuss ausschließlich in Form einer Defizitabdeckung an ihre Verkehrsbetriebe weitergeben werden.
Analog zu den Fördermitteln für Fahrzeuge werden auch die Ausgleichszahlungen für die Beförderung von Auszubildenden ab dem Jahr 2011 nach dem ÖPNV-Gesetz NRW in die Verantwortung der Aufgabenträger überführt. Auch hier ist noch ungeklärt, ob mit einem weiteren Rückgang dieser Finanzmittel zu rechnen ist und in welcher Form bzw. nach welchem Verteilungsschlüssel diese Mittel künftig an die Verkehrsunternehmen weitergeleitet werden. Da das Verkehrsangebot der KWS AG stark vom Schülerverkehr geprägt ist, resultieren aus dieser noch ungewissen Entwicklung ebenfalls erhebliche Risiken für die künftige Finanzierung des bestehenden Leistungsvolumens.
Bei einer Skizzierung der zukünftigen Entwicklungen müssen vor allem die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise Berücksichtigung finden. Bezüglich der Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr sind verschiedene Aspekte zu betrachten. So ist z.B. davon auszugehen, dass sich die Wirtschaftskrise aufgrund sinkender Dieselpreise in niedrigeren Aufwendungen niederschlagen wird. Auch lässt sich vermuten, dass die Bür-ger in wachsendem Maße auf den günstigen ÖPNV zurückgreifen werden. Der bisherige Geschäftsverlauf im Jahre 2009 bestätigt diese Erwartungen. Wie auch in den Jahren zuvor konnte der Konzern in 2008 steigende Fahrgastzahlen verzeichnen, und auch für das angebrochene Jahr 2009 sind noch keine gegenteiligen Meldungen zu verzeichnen. Es bleibt also zu hoffen, dass der KWS-Konzern in Zukunft so erfolgreich wie bisher der Wirtschaftskrise entgegentreten wird.
Wesentliche, den Fortbestand der Konzernunternehmen gefährdende Risiken sind ge-genwärtig nicht bekannt.
Ungeachtet der erwähnten Belastungen für die KWS konnte der Konzern im Jahr 2008 den Zuschussbedarf der Gesellschafter erneut reduzieren. Darüber hinaus ist der Konzern mit der vorzeitigen Verlängerung der Inhouse-Vereinbarung sowie mit der langfristigen Fortschreibung des Haustarifvertrags bei der Tochtergesellschaft HBB auf die zukünftigen Herausforderungen der Branche gut vorbereitet. Nach der erfolgreichen Umsetzung des Restrukturierungsplans im Geschäftsjahr 2008, ist es Ziel der KWS AG, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns für die kommenden Jahre sicherzustellen.
 
Leverkusen, den 26. Mai 2009

KRAFTVERKEHR WUPPER-SIEG
Aktiengesellschaft

Marc Kretkowski
Vorstand
Der Geschäftsbericht 2008 steht hier für Sie zum Download zur Verfügung.
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